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Der Vulcan Stromboli, zwischen Lava und Malvasia

In Sizilien gibt es nicht nur den berühmten-Vulkan Ätna, sondern auch den kleineren Stromboli. Zwei wundervolle aktive Vulkane, aber mit tiefgreifenden Unterschieden. Während der Ursprung des Ätna auf ca. 570.000 Jahre zurückreicht, ist Stromboli mit seinen ca. 160.000 Jahren viel jünger. Die Höhe der beiden Vulkane hat ebenfalls einen signifikanten Unterschied: Während der Ätna mit seiner Höhe von 3.320 Metern das östliche Sizilien dominiert, hat Stromboli eine Höhe von nur 926 Metern. Und schließlich unterscheiden sie sich auch in ihrer Tätigkeit: Der Ätna wird immer von einer Rauchwolke überragt, während Stromboli kontinuierliche Ausbrüche hat, wovon der Ausdruck strombolische Aktivität stammt.

Das eruptive Schauspiel von Stromboli

Es ist ein ständig aktiver Vulkan, dessen Gipfelexplosionen in regelmäßigen Abständen aufeinander folgen. Alle 10 bis 20 Minuten stößt der Vulkan Fragmente von Magma und Gas aus, die in die Luft geschleudert werden und eine Höhe von einigen zehn Metern bis zu 100 – 200 Meter erreichen können. Diese Show ist von weitem deutlich sichtbar, so dass sie in der Vergangenheit als Leuchtfeuer zur Orientierung der Seeleute diente. Zusätzlich zu dieser explosiven Aktivität gibt es ab dieser Nacht einen Überlauf von Lava, der innerhalb weniger Stunden das Meer entlang der “Sciara del Fuoco” erreicht hat.

Dies ist der Name der Seite des sehr steilen Vulkankegels, bestehend aus Lava, Lapillen und Vulkanschlacke, auf der die Lava der meisten Eruptionen fließt. Die Lava, die aus dem 750 Meter hohen Gipfelkrater fließt, gleitet entlang der Sciara bis zum Tyrrhenischen Meer. Die Gipfelterrasse des Vulkans Stromboli überblickt die Nordwestseite der Insel und die regelmäßigen Ausbrüche des Vulkans stellen keine Gefahr für die Bevölkerung dar, da die Sciara del Fuoco zwischen zwei Klippen eingeschlossen ist. Die explosive und eruptive Aktivität wird von starkem Zittern begleitet.

Die Insel unter ihren 6 Schwestern

Die Insel Stromboli ist Teil des Sizilianischen Äolischen Archipels, der sich im Tyrrhenischen Meer nördlich von Messina befindet. Es ist die nördlichste der 7 Inseln, aus denen er besteht.  Auf der Fläche von 12,2 km² der Insel leben ca. 400 Einwohner, aber von Frühling bis Herbst zieht die Insel viele Touristen aus der ganzen Welt an.

Stromboli ist berühmt und seit der Antike bewohnt, dank ihres fruchtbaren vulkanischen Bodens. Die Wirtschaft der Insel Stromboli basiert hauptsächlich auf typischen mediterranen Kulturen wie Oliven, Kapern, Feigen und Pfirsichen. Besondere Aufmerksamkeit sollte Trauben vom Typ Malvasia gewidmet werden, die in Terrassengärten angebaut werden. Malvasia ist eine Rebsorte mit Ursprung in Griechenland, die bereits im Mittelalter auf der Insel Malta angebaut wurde. Im 13. Jahrhundert wurde sie von den Venezianern nach Italien importiert und im gesamten Gebiet verbreitet, wobei sie unterschiedliche Merkmale annahm. Auf italienischem Gebiet gibt es 17 verschiedene Arten von Malvasia-Reben. Es sind weiße oder schwarze Trauben. Die weiße Malvasia der Inseln Lipari ist sehr beliebt. Die Trauben werden nicht nur zu einem hervorragenden trockenen und duftenden Weißwein verarbeitet, aber auch zu dem gleichnamigen Likör oder süßem Weißwein, der perfekt zu typischen sizilianischen Süßigkeiten passt, aber auch zu frischen Sommergerichten wie Schinken und Melone oder Käse mit Honig und Birnen.

Die Insel Stromboli kann wie die anderen Inseln des Archipels mit Fähren von Neapel, Milazzo, Messina, Reggio Calabria, Vibo Valentia und Tropea erreicht werden.

Es gibt auch andere schöne Ziele, die mit dem Boot von Stromboli aus zu erreichen sind, wie die Insel Panarea, wo es sicherlich mehr Leben gibt, oder das nahe gelegene Dorf Ginostra oder die Insel Strombolicchio, einen erloschenen Vulkan, ca. 1,5 km von Stromboli entfernt, mit einer Fläche von nur 7620 Quadratmetern. Strombolicchio ist nur 49 Meter hoch und 1925 wurde dort ein mit Solarenergie betriebener Leuchtturm gebaut. Auf der Insel gibt es weder Wasser noch Ackerland, aber eine vom Aussterben bedrohte Vegetationsart, die Felsgranate (Bassia saxicola) und eine geschützte Tierart, die Äolische Eidechse (Podarcis raffoneae).

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