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Rundtour am Ätna: von Serracozzo zu den Sartorius-Kratern

Wir besuchen ein Stück vom Paradies an der Nordost-Seite des Ätnas.
Neben Kratern, Lavaströmen und Grotten, sehen wir unzählige fantastische Formationen, die unser geliebter Ätna geschaffen hat.

Auf 1740 m Höhe beim Rifugio Citelli, dem Stützpunkt Nr. 15 des Parco dell’Etna, dringen wir in ein Wäldchen von Buchen, Pinien und Ätna-Birken ein.
Anfänglich ist unsere Tour gekennzeichnet durch ein ständiges Auf und Ab. Wir wandern durch Rinnen von Lavastein, die von Schmelzwasser glattgeschliffen wurden, aber auch durch mehr oder weniger dicht bewachsene Zonen.

 

Ätna-Höhle: Grotta di Serracozzo

Nach ca. 1,5 km erreichen wir die Grotta di Serracozzo, die sich aus einer der Öffnungen des Ausbruchs von 1972 gebildet hat. Wir erforschen was sich unter der harten vulkanischen Oberfläche verbirgt: Die Grotte besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen. Nach einem niedrigen und schmalen Eingang finden wir uns zwischen hohen Wänden wieder, die Oberfläche glatt, fast wie Glas, glattgeschliffen von der glühend heißen Lava…  ein überraschender und eindrucksvoller Anblick.

Wenn wir weiter in die Grotte hineingehen, wird sie zu einem Tunnel aus Lava. Die Decke wird immer niedriger bis wir nicht mehr aufrecht stehen können. Das Aussehen hat sich total gewandelt: der Boden besteht nun aus Schlacke, an der Decke prangen Tropfen aus erkalteter Lava, die sogenannten Hundezähne (denti di cane).

Die Grotta di Serracozzo ist ein fantastisches Beispiel der ca. 190 Lavaflussgrotten, die den Ätna übersähen. Diese Tunnel entstehen während eines Ausbruchs durch den Fluss der glühenden (zwischen 700 und 1100 Grad heißen) und noch flüssigen Lava. Während die Lava fließt, kühlt sie an der Oberfläche ab und wird fest, wodurch eine Schale oder Kruste entsteht. Im Inneren behält die Lava aufgrund dieser Kruste ihre Temperatur bei und fließt, manchmal kilometerlang, heiß und flüssig weiter. Sobald der Ausbruch vorbei ist und keine neue Lava nachkommt, leert sich der Tunnel. Eine neue Grotte ist entstanden.

 

Valle del Bove

Zurück an der Oberfläche nehmen wir den Weg wieder auf, den wir zuvor hinaufgestiegen sind, und erreichen nach ca. einem halben Kilometer Aufstieg den Rand des Valle del Bove (Ochsen-Tal).

Vor unseren Augen öffnet sich ein atemberaubendes Panorama: das gesamte Tal liegt vor uns, 35 km2, eingekerbt in die Ostseite des Vulkans, überlagert von den Lavaströmen der letzten 47 Jahre.

Wir bewundern einen Hang voller Lavaströme, die wie unbewegliche Steinzungen bezeugen, wie die Aktivität des Vulkans in nur einem halben Jahrhundert diese große Oberfläche bedeckt hat.

Am 5. April 1971 sind die ersten Spalten entstanden, aus denen sich die eruptive Aktivität entwickelt hat, die den Süd-Ost Krater erzeugt hat. Einer nach dem anderen sind die Lavaströme in die Valle del Bove geflossen und haben die reiche Vegetation, die das Tal bedeckte, verschluckt. Wenn man die Aussicht genau betrachtet, kann man noch die vorherige Struktur des Ätna erkennen, die vor ca. 8.000 Jahren eingestürzt ist und so dem Tal seine Form gegeben hat.

An diesem Ort können wird Dykes aus Magma bewundern, eine interessante vulkanische Formation, die man insbesondere an diesem Ort vorfindet, wie auch an einigen erloschenen Kratern. Eine weitere Besonderheit dieses Tals, die den Blick des Betrachters auf sich zieht, ist sicherlich die sogenannte pietra cicirara (Kichererbsen-Stein): ein Stein aus Lava, in dem unzählige Kristalle aus Feldspat eingeschlossen sind, viel größer als die, die heutzutage gebildet werden.

Unsere Tour geht weiter in Richtung Pizzi Deneri. Wir folgen noch einige Hundert Meter dem Rand des Valle del Bove bis wir die Krater von 1928 erreichen.

 

Einer der größten seitlichen Krater des Ätna: Monte Frumento delle Concazze

Wir verlassen den Grat, überqueren den Lavastrom von 1928 und lenken unsere Schritte Richtung Monte Frumento delle Concazze, mit 2.150 m einer der höchsten seitlichen Krater der Ätna, der vor ca. 3.500 Jahren gebildet wurde.

Im Unterschied zu dem, was wir bisher gesehen haben, hat das Lavagestein, aus dem der Kegel besteht, der sich vor uns erhebt, eine rötliche Farbgebung, verursacht durch die Oxidation des Eisens, das in der Lava enthalten ist.

Von diesem Aussichtspunkt hat man einen wunderschönen Blick auf alle Sartorius-Krater, 7 Krater aneinandergereiht wie eine Knopfleiste. Wir genießen das Panorama, unser Blick schweift über die Nordost-Seite des Ätna bis zum Meer und sogar bis nach Kalabrien.

Wir spazieren zur Sartorius-Knopfleiste und gehen an deren Kratern entlang bis wir nach Süden abbiegen um zum Wald der Ätna-Birken zu gelangen (eine Birkenart, die nur auf dem Ätna wächst) und zum Lavastrom von 1928. Danach kehren wir zum Rifugio Citelli zurück.

 

Müde aber glücklich über die eindrucksvollen Aussichten und die wunderschönen vulkanischen Formationen beenden wir unsere Tour.

Bis zum nächsten Abenteuer 😉

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