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Ätna Nord von Linguaglossa bis zum Pizzi Deneri

Ätna Park. Nord hang

Wir fahren von der nördlichen Seite des Vulkans ab, die sogenannte “Weinstraße” entlang.
Die kleine Ortschaft Linguaglossa, in der Mitte der Ätna Nord Seite, ist wegen der Produktion von Ätnaweinen bekannt und auch wegen der Herstellung von typisch sizilianischen Produkten und Nüssen.

Von hier aus fahren wir auf die Provinzstraße Mareneve, die einzige Zufahrtstraße der gesamten Nordseite des Ätna. Die Straße klettert die Hänge des Vulkans hinauf und kreuzt ab und zu alte Wege und Eselpfade; die Gegend ist sehr abwechslungsreich, man fährt durch alte Lavaströme, die nach und nach Jahrhunderte alten Wäldern weichen.

 

Pineta (Pinienwald) Ragabo

 Während wir nach Süden fahren, in Richtung der Gipfelzone, treffen wir auf den Jahrhunderte alten Pinienwald Ragabo, die größte Fläche mit Lärchen auf Sizilien. Wahrscheinlich wurde das Holz schon von den Römern zum Schiffbau benutzt: und da diese Nadelbaumart sehr reich an Harz ist, wurde auch das Harz gesammelt und zum Versiegeln der Schiffsrümpfe verwendet. (Foto)

 

Lavafront 2002

Auf ca. 1.100 m Höhe verlassen wir die Straße und begeben uns auf einen Weg, der zur Lavafront des Ausbruchs vom Jahr 2002 führt. Hier, während wir vor dieser riesigen Steinmasse stehen, auch wenn sie längst hart und kalt ist, kann man sich bildlich vorstellen, was für zerstörerische Kräfte die Natur haben kann. Man spürt fast die Macht eines Lavastroms! Der Ausbruch hat in dem kurzen Zeitraum von 10 Tagen eine Strecke von ungefähr 13 Kilometern zurückgelegt und glücklicherweise dort beschlossen seinen Lauf zu beenden.

 

Die Grotte des Ätna Nord: Grotta Corruccio

Die Route des Ätna Nord steigt weiter auf 1395 m Höhe beginnt ein neues Abenteuer; ein kleiner Spaziergang in den Wald und wir dringen in ein Geheimnis des Berges ein: wir besuchen die Lavagleitgrotte Grotta di Corruccio, eine der ca. 190 Lavagleitgrotten, die auf dem Ätna verstreut sind. Auf Entdeckung dessen, was unter der harten vulkanischen Oberfläche verborgen ist, verlassen wir die Oberfläche und begeben uns in die Windungen des Berges, um seine versteckten Geheimnisse zu erforschen.

Diese Lavagleittunnel entstehen während der Ausbrüche durch das Durchfließen der kochendheißen, noch flüssigen Lava, zwischen 1.100 und 700°C. Während die Lava hindurchfließt, kühlt die äußerliche Schicht ab und verhärtet sich und so bildet sich eine Art Schale (Kruste), die, wenn sie abgekühlt ist, der Lava, die im Inneren weiterfließt, erlaubt, eine stabile Temperatur zu bewahren, manchmal auch ein paar Kilometer lang. Sie fließt solange heiß und flüssig weiter, bis die äußerliche Kruste entleert ist. So bildet sich eine Höhle und eine neue Grotte ist entstanden.

 

Piano Provenzana

Unsere Fahrt durch den Pinienwald Ragabo geht weiter, bis wir auf einen Lavafluss treffen, der wörtlich den Wald in zwei Teile getrennt hat. Es ist wieder der Lavastrom von 2002. Wir fahren an ihm entlang, bis wir den Platz erreichen, auf 1.800 m, wo sich der Skilift befindet.

Wir sind auf Piano Provenzana, wo alle Straßen enden. Von hier aus kann man nur zu Fuß weitergehen oder mit speziellen Geländefahrzeugen.

Von hier ab folgen die Lavaflächen und die Krater der großen Knopfleiste des Ausbruchs von 2002, bis zum Höhepunkt, die letzten Eruptionskegel, die auf ca. 2.400 m. Höhe entstanden sind.

 

Piano delle Concazze und vulkanologisches Observatorium “Pizzi Deneri”

Wir fahren noch weiter auf der nackten Lava, die Vegetation wird immer kahler, in Richtung des nord-östlichen Kraters. Wenn wir den Piano delle Concazze erreicht haben, können wir das Observatorium von “Pizzi Deneri” (2.847 m) sehen.

Wir verlassen die Fahrzeuge und haben das Gefühl uns auf dem Dach der Welt zu befinden, wenn uns nicht der majestätische Riese überragen würde: der Nord-Ost Krater.

Von der Spitze der Pizzi Deneri aus, ist es möglich die Skigegend zu bewundern und den gesamten Nord-Ost Hang, einen großen Teil des nord-östlichen Siziliens bis zu den peloritanischen Bergen, die Küsten Kalabriens und gegen Süden das Löwental – Valle del Leone und selbstverständlich die Spitzenkrater mit dem (im Moment) höchsten, direkt vor uns, der Nord-Ost Krater.

Während wir wieder bergab gehen, in Richtung Skilift, haben wir die Möglichkeit die Krater, die sich 1809 gebildet haben und einige der Eruptionskegel von 2002, aus der Nähe zu besichtigen. Wenn wir Glück haben können wir die Dämpfe, die aus dem heißen Inneren des Vulkans aufsteigen, sehen und berühren.

Mit diesem Ausflug haben wir eine der neuesten und majestätischsten Formationen des Ätna gesehen.

Bis zum nächsten Abenteuer 😉

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